Flugzeiten sind eine der letzten großen Selbsttäuschungen der Geschäftsreise. Auf dem Ticket steht 55 Minuten. Auf dem Kalender fehlen anschließend fünf Stunden. Wer die Tür-zu-Tür-Zeit rechnet statt der Flugzeit, kommt bei Strecken zwischen 250 und 600 Kilometern regelmäßig zu einem anderen Ergebnis.
Die ehrliche Rechnung
Nehmen wir München nach Zürich, etwa 310 Kilometer. Der Flug: 30 Minuten zum Flughafen, 90 Minuten vor Abflug am Terminal, 55 Minuten in der Luft, 20 Minuten Gepäck, 35 Minuten in die Innenstadt. Ergebnis rund vier Stunden – wenn alles läuft. Produktiv nutzbar davon: vielleicht 60 Minuten, verteilt auf Wartebereiche.
Die Fahrt: rund 3 Stunden 45 Minuten von Haustür zu Hoteltür, ohne Umsteigen, ohne Sicherheitskontrolle, mit Gepäck im Fahrzeug. Produktiv nutzbar: annähernd die gesamte Zeit. Wer im Fond telefoniert, Unterlagen liest oder schläft, hat am Ziel nicht nur dieselbe Uhrzeit, sondern einen anderen Zustand.
Ab wann es kippt – und wann nicht
Bis etwa 600 Kilometer ist die Fahrt in der Tür-zu-Tür-Zeit meist gleichwertig oder besser, insbesondere wenn Start oder Ziel nicht direkt am Flughafen liegen. Zwischen 600 und 800 Kilometern entscheidet der Termin: Wer erst mittags ankommen muss, fährt entspannt; wer um 9 Uhr präsentiert, fliegt. Über 800 Kilometer gewinnt das Flugzeug klar, und wir sagen das auch am Telefon.
Zwei Faktoren verschieben die Grenze deutlich nach oben: mehrere Reisende – im Fahrzeug arbeiten drei Personen gemeinsam, im Flieger sitzen sie in drei Reihen – und mehrere Stationen. Eine Tour mit Kundenbesuchen in Stuttgart, Karlsruhe und Basel ist per Flug organisatorisch kaum darstellbar und im Fahrzeug ein normaler Arbeitstag.
Was eine gute Langstreckenfahrt ausmacht
Pausen nach Plan, nicht nach Erschöpfung: alle zwei Stunden kurz, an einem Ort mit ordentlichem Kaffee statt an der nächsten Tankstelle. Ein Chauffeur, der die Route vorher geprüft hat, inklusive Baustellen und Grenzabschnitten. Getränke, Ladekabel und stabiles Netz im Fond. Und – häufig unterschätzt – Ruhe: Wer vier Stunden arbeiten will, braucht keinen Reiseführer auf dem Fahrersitz.
Für Fahrten in die Schweiz, nach Österreich oder Italien sind Vignette, Maut und Umweltzonen bei uns im Festpreis enthalten. Grenzformalitäten gibt es innerhalb des Schengen-Raums nicht, wohl aber Zollkontrollen an der Schweizer Grenze; wir planen dafür Puffer ein.
Der Kostenvergleich
Für eine Person ist der Flug bei langen Strecken oft günstiger – das gehört zur Wahrheit. Ab zwei Reisenden nähern sich die Zahlen an, ab drei kippt sie in Richtung Fahrt, weil unser Preis pro Fahrzeug gilt und nicht pro Person. Dazu kommt die Kilometerdegression: Je länger die Strecke, desto niedriger der Preis pro Kilometer. Eine Rückfahrt am selben oder nächsten Tag rechnen wir gesondert und günstiger, weil das Fahrzeug ohnehin zurückfährt.
Und die Umwelt?
Eine Fahrt mit vier Personen im Diesel-Van liegt pro Kopf unter dem CO₂-Wert eines Kurzstreckenflugs; ein einzelner Passagier in der Limousine nicht zwangsläufig. Wir weisen den Ausstoß Ihrer Fahrt im Angebot aus, damit die Entscheidung auf Zahlen basiert und nicht auf Gefühl. Für Strecken bis rund 300 Kilometer stehen elektrische Fahrzeuge zur Verfügung.